Villa Arson Frankreich

17 Februar 2010

Villa Arson – Nationales Zentrum für zeitgenössische Kunst

Die Villa Arson, das nationale Zentrum für zeitgenössische Kunst, erhielt seinen heutigen Charakter bei der Ankunft von Christian Bernard im Jahre 1986. Bereits Ende der 1970er Jahre zeigten sich schon Kunstzentren, die sich dem zeitgenössischen Schaffen widmeten. Villa Arson präsentiert internationale Ausstellungen von Gruppen, deren aussichtsreiche und monographische Projekte die von jungen Künstlern kreuzen. So konnten beispielsweise schon gemeinsam Werke von Dominique Gonzalez-Foest, Maurizzio Nanucci und Martin Kippenberger bewundert werden.

Die Villa Arson ist ein prachtvolles Bauwerk, das im 18. Jahrhundert entstand und besitzt eine gesamte Fläche von 20.000 Quadratmetern. Dabei sind die Gärten und Terrassen bereits mit hinzu gezählt. Auf dieser Gesamtfläche befinden sich eine Residenz für Künstler, das Centre d’Art Contemporain und die Ecole nationale d’Art.

Die École Nationale Supérieure d’Arts à la Villa Arson, was übersetzt so viel heißt wie die nationale Schule der schönen Künste, ist ein französisches Kunstmuseum. Ebenfalls befindet sich in der Villa Arson eine Elite Schule für zeitgenössische Kunst und eine Forschungseinrichtung.

Für alle interessierten Altersgruppen finden in Nizza in der Villa Arson jedes Jahr Veranstaltungen statt. Dabei können Gespräche mit den Studenten und den Lehrern geführt werden und man kann vielseitige Informationen über die Ausbildung sowie die Aufnahmeprüfung erhalten. Ebenfalls können die Workshops und Ausstellungen besucht werden. Die Studenten präsentieren ihre Arbeiten und auf dem Gelände kann die Bibliothek aufgesucht werden. Am Tag der offenen Tür in der Villa Arson steht das Sekretariat dem öffentlichen Publikumsverkehr zur Verfügung.

Die Villa Arson bietet jedes Jahr acht Künstlern aus Frankreich oder dem Ausland einen Aufenthalt von vier Monaten an. Dabei können sich die ausgewählten Künstler untereinander oder mit den Studenten über ihre Arbeiten und Projekte austauschen. Die Bibliothek in der Villa Arson hat sich auf die Kunst und die Kunstgeschichte spezialisiert. Dafür sind viele Bücher vorhanden und speziell alle Bereiche der zeitgenössischen Kunst der vergangenen 30 Jahre wurden hier dokumentiert.

Jedes Jahr finden in der Villa Arson in Nizza zahlreiche Kunstausstellungen statt, an denen sich nationale und internationale Künstler beteiligen. So waren unter anderem von Ende Juni bis Mitte Oktober 2009 die Werke von David Raffini und Florian Pugnaire zu sehen. Das Projekt der beiden Künstler konnte unter dem Namen Expandes Crash bewundert werden. Dabei handelte es sich um eine Skulptur, die sich immer weiter entwickelte und das über mehrere Wochen. Das Projekt war ein Auto der Marke Citroen und zwar der 2CV. Das künstlerische Projekt wurde von vielen Besuchern der Ausstellung bewundert und mit Hilfe von Fotografien wurde die Entwicklung des Kunstwerkes bildlich festgehalten.

Zur selben Zeit konnte auch in der Ausstellung in der Villa Arson die produktive Arbeit von Gilles Barbier bestaunt werden. Dabei wurden die verschiedensten Aspekte näher beleuchtet, das Kunstwerk wurde den Besuchern unter dem Namen „die Eisbahn“ präsentiert. Dabei konnten viele kleine Skulpturen gesehen werden, die aus einer sehr flachen Folie entstanden sind. Damit sollte ausgedrückt werden, was man alles auf dieser symbolischen Eisbahn vorfinden kann, wie zum Beispiel zerdrückte Avocados und Bananen, Käse und Joghurt, Flecken von Öl und sogar den Kot von Hunden. Die Eisbahn sollte die kleine Welt der Gehwege darstellen, die einem im täglichen Leben begegnen.

Ebenfalls hatte der britische Künstler Ryan Gander zur gleichen Zeit sein Projekt einem breiten Publikum vorstellen können. Der Künstler wurde im Jahr 1976 in Chester geboren, heute lebt und arbeitet er in London. In der Villa Arson in Nizza erlebte er einen so genannten Künstleraufenthalt von April bis Juni 2009 und in dieser Zeit bereitete er die Ausstellung im nationalen Zentrum für zeitgenössische Kunst vor. Dafür wählte er ungefähr 50 seiner bisherigen Arbeiten und Projekte aus, die er in den letzten zehn Jahren angefertigt hatte.

Jedes Jahr finden im nationalen Zentrum für zeitgenössische Kunst in der Villa Arson einzelne Ausstellungen oder genauso Gruppenausstellungen statt.